Wirtschaft
Gedenktag für Drogentote
Seit der großen Drogenwelle in den 80er-Jahren mit vielen Opfern wird jährlich der verstorbenen Drogenabhängigen gedacht. Auch in diesem Jahr erinnern Abhängige, Angehörige und Experten der Suchthilfe wieder deutschlandweit an die Drogentoten.

Am 21. Juli bietet ein Aktionsbündnis, das unter anderem aus Organisationen der Selbst- und Drogenhilfe sowie der AIDS-Hilfe Stuttgart e.V. besteht, um 13 Uhr zu diesem Thema einen Informationsstand an der Königstraße/Ecke Büchsenstraße an. Um 16 Uhr gibt es auf dem Karlsplatz eine Veranstaltung zum Gedenken an die Drogentoten.

In Stuttgart wurden seit den frühen 90er-Jahren starke Anstrengungen unternommen, die Gründe für den Drogentod zu erforschen, gegenzusteuern und geeignete Vorbeuge- und Hilfemaßnahmen zu treffen. Die bestehenden Möglichkeiten des risikoärmeren Drogenkonsums sind den Abhängigen bekannt. Mittlerweile sind viele schwer Drogenabhängige in ausdifferenzierten, aufwändigen und qualitativ sehr guten Ersatzbehandlungen (Substitution). Die seit Jahren zurückgehenden Zahlen der infolge von Drogenkonsum Verstorbenen zeigen, dass die Anstrengungen der Stadt, der Selbst- und Drogenhilfe weitestgehend erfolgreich waren. Dennoch: In Stuttgart starben im Jahr 2009 immer noch neun Abhängige infolge des Drogenkonsums.

Die Experten der Stadt Stuttgart ebenso wie die Stuttgarter Suchthilfeträger hoffen, dass die diamorphingestützte Substitution demnächst finanziert und auch begonnen werden kann. Dies wäre der nächste Schritt in Ergänzung der vorhandenen Ersatzbehandlungsmöglichkeiten von schwer Drogenabhängigen. Hiermit könnten, so die Hoffnungen der Fachleute, die bisher nicht therapierbaren Abhängigen erreicht werden.

Sozialbürgermeisterin Gabriele Müller-Trimbusch, die sich immer besonders für die Weiterentwicklung von Prävention und Hilfe bei Suchtproblemen eingesetzt hat, bemerkt dazu: „Trotz ständig intensivierter Präventionsarbeit, verbesserter medizinischer Versorgung und verschiedener Substitutionsbehandlungen bleibt Drogenkonsum ein hoch riskantes Verhalten. Die Möglichkeiten der Prävention und verfeinerten Behandlungsmethoden können letztendlich die Verantwortung für das eigene Leben auch bei Abhängigen nicht ersetzen. Von beiden Seiten aus müssen daher Anstrengungen mit dem Ziel erfolgen, die Zahl der Drogentoten weiter zu verringern.“

In Stuttgart sind die für die Suchthilfe zuständigen Einrichtungen, die in der Regel kostenlos beraten, wie folgt erreichbar: Caritasverband für Stuttgart e.V., Telefon 24 89 29 10, Evangelische Gesellschaft Stuttgart e.V., Telefon 2054-345, Klinikum Stuttgart, Zentrum für Seelische Gesundheit, Telefon 278 93 00, Lagaya e.V.: Telefon 640 54 90, Release Stuttgart e.V., Telefon 26 84 32 30. ---





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