Vor wenigen Tagen war eine Stuttgarter Delegation nach St. Louis gereist, um dort
50 Jahre Partnerschaft mit der Stadt am Mississippi zu feiern.
Jetzt steht der Gegenbesuch an. Vom 5. bis 10. Mai hält sich Bürgermeister Francis G. Slay mit einer Delegation in Stuttgart auf. Höhepunkt ist der Festakt am Freitag im Großen Sitzungssaal des Rathauses.
Bürgermeister Slay wird begleitet von seiner Assistentin Sherry Wibbenmeyer, Susanne Evens, Präsidentin des St. Louis – Stuttgart Sister Cities-Komitees (SLSSC), Tim Nowak, Direktor des World Trade Center St. Louis, Steve Johnson, Vizepräsident der St. Louis Regional Chamber and Growth Association, Michael Schmid und Mike King, Vorstandsmitglieder von SLSSC, sowie Stephan Hale, Braumeister der Schlafly-Brauerei.
Die Abteilung Außenbeziehungen der Landeshauptstadt hat in Zusammenarbeit mit Kollegen aus den städtischen Fachämtern sowie den aktiven Institutionen und Organisationen im Rahmen der Städtepartnerschaft mit St. Louis für die Delegation ein interessantes Programm zusammengestellt: Besuche im Mercedes- und im Porsche-Museum stehen ebenso auf der Agenda wie eine Visite im Daimler-Werk in Sindelfingen und im Deutsch-Amerikanischen Zentrum (DAZ). Michael Weißenborn, Direktor des DAZ, war Mitglied der Delegation, die vor wenigen Tagen St. Louis besucht hatte. Das DAZ hat, unterstützt vom städtischen Kulturamt und der Robert Bosch Stiftung, wieder eine Fülle von Terminen koordiniert beziehungsweise selber auf die Beine gestellt, um die diesjährigen „American Days“ zu veranstalten. Oberbürgermeister Wolfgang Schuster und Bürgermeister Slay eröffnen die „American Days“ am Donnerstag, 6. Mai, im Theaterhaus. Am Eröffnungsabend heißt es „St. Louis Jazz Meets Stuttgart Groove“. Zwei Jazz-Ikonen aus St. Louis, die „Bosman Twins“, treffen auf das junge Stuttgarter Jazz-Ensemble „Trijo“.
Darüber hinaus befasst sich eine ganze Reihe von Veranstaltungen der Amerika-Tage mit der Partnerstadt St. Louis. Im dritten Stock des Rathauses ist vom 7. Mai bis 8. Juni eine Ausstellung mit Fotografien und Ausstellungsstücken zu 50 Jahren Städtepartnerschaft zu sehen. „St. Louis After the Age of Brick and Steel“ dokumentiert das schnelle Wachstum der letzten Jahrzehnte und den wirtschaftlichen Absturz. Kurator Joseph Heathcott hält dazu am 27. Mai um 19 Uhr in der Ausstellung den Vortrag „The Story of Post-Industrial St. Louis“. Prominente Stuttgarter erzählen am Mittwoch, 12. Mai, um 16.30 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses interessante, lustige, ernste und kuriose St. Louis-Geschichten. Eingeladen sind Alt-Oberbürgermeister Manfred Rommel, der ehemalige städtische Wirtschaftsförderer Dr. Wolfgang Häfele, Dr. Markus Raab, Esslinger Bürgermeister für Ordnungs-, Sozial, Kultur- und Schulwesen, der Bad Cannstatter Bezirksvorsteher Thomas Jakob sowie Hildegard Göhrum vom Verein Vereinigte Hilfen.
Auch der Jugendinformationsmesse „Ich muss weg 2010“ im dritten Stockwerk des Rathauses stattet die Delegation am Mittwoch um 17 Uhr einen Besuch ab – und trifft dort jugendliche Musiker aus der eigenen Stadt, die St. Louis in Stuttgart auf der Messe präsentieren und sich während Ihres Aufenthalts bei der Jugendhaus-Gesellschaft über Jugendarbeit informieren.
Vor der Industrie- und Handelskammer wird Bürgermeister Slay St. Louis als Wirtschaftsstandort präsentieren. Seit den 1990er-Jahren werden Wirtschaftsthemen in der Beziehung der beiden Städte immer wichtiger. Die Mississippi-Metropole ist ein Finanzzentrum. Neben einer Vielzahl an Banken hat die Stadt ein eigenes World Trade Center, das den internationalen Handel fördern soll. Weitere Industriezweige sind die Metallerzeugung und -verarbeitung, Elektronik, Automobil- und Flugzeugbau, Raumfahrt-Technik sowie der Handel mit landwirtschaftlichen Gütern. Der Flugzeughersteller Boeing ist der größte Arbeitgeber in St. Louis und dem Staat Missouri. Ihm hatte die Stuttgarter Delegation einen Besuch abgestattet. In der Partnerstadt werden unter anderem die Kampfjets F 15 und F 18 gefertigt.
Einer der bekanntesten Wirtschaftszweige von St. Louis ist das Brauereiwesen. Doch nicht der größten Brauerei Anheuser-Busch, sondern der kleinen Schlafly-Brauerei galt das Interesse der deutschen Besucher. Sie wohnten der offiziellen Vorstellung des Jubiläumsbiers bei, einem „Dry Hop Merzen“, das die Amerikaner zusammen mit der Stuttgarter Calwer Eck-Brauerei entwickelt haben. Beim Gegenbesuch der Gäste aus St. Louis wird Bürgermeister Slay mit seinen Begleitern nun die deutsche Variante des Jubiläumsbiers verkosten.
Auf dem medizinischen Sektor bestehen ebenfalls Beziehungen zwischen den beiden Städten. In St. Louis hatten OB Schuster und die Delegation die Washington University und das Barnes-Jewish Hospital besucht. Beim Gegenbesuch werden die Gäste die Kardiologie des Klinikums Stuttgart besuchen und sich bei Professor
Dr. Thomas Nordt über eine neuartige und in den USA noch nicht verfügbare Methode zum Einsatz einer Herzklappe mittels Herzkatheter informieren. Außerdem steht eine Besichtigung der Sana Herzchirurgie an, wo es Informationen über die medizinische Kooperation mit der Washington University School of Medicine gibt.
Weitere Programmpunkte sind Besuche im Jugendhaus Degerloch, einer Aufführung in der Staatsoper, in der Stuttgart-21-Ausstellung im TurmForum, im Geschwister-Scholl-Gymnasium (dessen Partnerschule die Lindbergh High School St. Louis ist), in der Integrierten Verkehrsleitzentrale mit der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr in der Leitstelle für Sicherheit und Mobilität Stuttgart sowie im Eltern-Kind-Zentrum im Westen. Beim amerikanischen Kooperationspartner des Eltern-Kind-Zentrums war die Stuttgarter Delegation herzlich empfangen worden: Das Imani Family Center kümmert sich in vielfältiger Weise darum, dass Frauen und Mütter am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Außerdem nehmen die Gäste aus Missouri an einem Seminar zum Thema „American Regions: Mississippi“ teil. Dr. Wolfgang Holtkamp vom Institut für Literaturwissenschaften/Amerikanistik I der Universität Stuttgart hatte als Mitglied der Stuttgarter Delegation mit der University of Missouri in St. Louis eine Zusammenarbeit für Online-Seminare und Projektwochen ausgehandelt. Gemütlich und typisch schwäbisch wird es bei Abstechern aufs Frühlingsfest und zum Weingut Currle .
Zur Feier des Jubiläums haben die Abteilung Kommunikation und die Abteilung Außenbeziehungen die Broschüre „50 Jahre Partnerschaft mit St. Louis“ herausgebracht. Sie enthält Informationen zur Städtepartnerschaft und alle Veranstaltungen, die in diesem Jahr in Zusammenhang mit der Partnerstadt am Mississippi stehen. Die Broschüre ist kostenlos zu bekommen an der Infothek des Rathauses, bei den Bezirksrathäusern, im i-Punkt in der Königstraße 1A und im Deutsch-Amerikanischen Zentrum, Charlottenplatz 17. Mehr Informationen zur Städtepartnerschaft gibt es im Internet unter www.stuttgart.de/stlouis. Dort kann die Broschüre auch als PDF heruntergeladen werden.